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Stress - das Modewort unserer Zeit

Stress-Training

„Ich bin gerade wahnsinnig im Stress!“, eine Aussage die teilweise schon zur Standardfloskel vieler Mitmenschen gehört. Der Begriff Stress ist mittlerweile jedoch größtenteils negativ behaftet, da dieser heutzutage zum Ausdruck bringen soll wie überfordert man nicht ist und welche zahlreichen Aufgaben nicht zu bewältigen sind. 

Diese wirken teilweise wie ein Übertrumpfen, welcher der beteiligten Personen „mehr Stress und noch mehr Stress hat!“ Doch sollte der Begriff nicht leichtfertig benutzt werden. Denn unsere Zeit wird tatsächlich schneller und schneller und bietet zu wenig Zeit, um durchzuatmen und die so notwendige Entspannung zu erlangen. Eine zu hohe Stressbelastung kann sich sowohl physisch als auch psychisch bemerkbar machen und kann beispielsweise Schlafstörungen, Rückenschmerzen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, bis hin zu Bluthochdruck oder Hörsturz führen. So stellt sich die Frage, was „gestresst zu sein“ nun für unseren Körper bedeutet und welche Maßnahmen getroffen werden können, um dem vorzubeugen.

Definition Stress

Wie bereits eingangs erwähnt, liegt eine gewisse Problematik  in der Art und Weise, wie der Begriff heutzutage verwendet wird. Es gehört tatsächlich schon zum guten Ruf „im Stress zu sein“. So traut man sich schon gar nicht mehr zu sagen nicht gestresst zu sein, denn mittlerweile ist dies beinahe schon gleichbedeutend mit der Tatsache faul und untätig zu sein. Doch um die Thematik etwas näher kennen zu lernen ist es interessant zu erläutern, welchen Ursprung der Begriff „Stress“ überhaupt hat. 

Grob gesprochen, sollen uns Stresshormone auf Kampf oder Flucht vorbereiten. Um es etwas wissenschaftlicher zu beschreiben: Stresshormone sind biochemische Botenstoffe, die als Reaktion auf bestimmte innere oder äußere Reize ausgeschüttet werden. Sogenannte innere Stressoren können beispielsweise unerfüllte Wünsche oder Erwartungen, zu hohe Ansprüche oder Leistungsdruck sein. Zu den äußeren Stressoren gehören beispielsweise Verletzungen, Unfälle oder Lärm. Zum einen werden Adrenalin und Noradrenalin von der Nebenniere ausgeschüttet worauf die Energieversorgung des Körpers für eine kurze Zeit erhöht wird. Der Puls steigt an, der Atem wird beschleunigt und die Durchblutung gesteigert. Bei anhaltendem Stress wird Cortisol ausgeschüttet. Das Hormon stellt unter anderem genügend Zucker zur Verfügung, um dem Stress die notwendige Energie zu liefern. [1]

Das „böse“ Cortisol

Cortisol zählt zum wichtigsten Anti-Stress Hormon des Körpers und wird vor allem bei chronischem Stress ausgeschüttet. Dazu zählen zu hohe stätige Belastungen im Alltag, zu hoher Leistungsdruck, falsche Ernährung, Bewegungsmangel oder ständige Reizüberflutungen. Ohne Cortisol wäre der Mensch aber nicht überlebensfähig. Es versorgt den Körper mit genügend Glucose (Zucker), wirkt stark entzündungshemmend und stärkt kurzfristig unsere Immunabwehr. Ein nützlicher Mechanismus – vor Urzeiten, wo es darum ging in Alarmsituationen sofort zu Flucht und Kampf bereit zu sein. Das Problem heutzutage ist, dass unser Körper sich zwar in Alarmbereitschaft befindet, jedoch danach die notwendige Bewegung fehlt, um den Körper wieder auf sein Ausgangsniveau zurück zu bringen. Wird dies zu einem Dauerzustand (chronischer Stress) kann das schwerwiegende Folgen haben. 

Auswirkungen und Folgen von chronischem Stress:

  • Das Immunsystem wird geschwächt:  Die Stresshormone sind eng mit dem Immunsystem verbunden und stärken es – jedoch nur kurzfristig. Bei längerem Verbleib im Blut wird die Immunreaktion unterdrückt, das Abwehrsystem geschwächt und man wird anfälliger für einen Infekt. Daher auch das Phänomen, dass viele zu Beginn ihrer Urlaubszeit krank werden. Der Stress lässt nach, das Cortisol baut ab und das Immunsystem beginnt mit maximaler Power gegen die längst eingedrungenen Erreger zu arbeiten. [2]
  • Der Blutzuckerspiegel wird erhöht: Da Stress sehr viel Energie benötigt, sorgt Cortisol dafür, dass genug Zucker im Blut vorhanden ist. Was früher durch ausreichende Bewegung nach der Ausschüttung und der Mobilisierung des Zucker kompensiert wurde (Flucht oder Kampf), ist heute nicht mehr der Fall und der Blutzuckerspiegel steigt. Zudem blockiert es die Insulinwirkung, was bis hin zu einer Insulinresistenz führen kann.
  • Der Testosteronspiegel sinkt: Zusätzlich hemmt erhöhtes Cortisol den Testosteronspiegel was zum einen für den Muskelaufbau hinderlich ist aber auch  beispielsweise Knochenerkrankungen, Übergewicht oder ständige Müdigkeit mit sich führen kann.
  • Der Blutdruck steigt: Eine weitere Wirkung durch die Ausschüttung der Stresshormone ist das Ansteigen des Blutdrucks. Bei chronischem Stress und der fehlenden Kompensierung kann das zu einem Dauerzustand werden, was schädlich für das Gefäß – und Herz -, Kreislaufsystems ist.

Die daraus resultierenden Folgen können weit über einen „harmlosen“ Infekt hinausgehen:

  • Die Immunschwäche macht den Körper anfällig auf gefährliche Bakterien und Viren
  • Dauerhaft erhöhter Blutzucker erhöht das Risiko für Adipositas und Diabetes
  • Ein niedriger Testosteronspiegel kann zu Potenzstörungen führen
  • Ein zu hoher Blutdruck begünstigt einen Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Durch den direkten Kontakt der Stresshormone auf unser Nervensystem und der erhöhten Muskelspannung sind Verspannungen und chronische Rückenschmerzen keine Seltenheit. Ebenfalls kann das der Ursprung eines chronischen Tinnitus sein. [3]
  • Auch einige weitere Auswirkungen sind keine Seltenheit, unter anderem Erscheinungen wie Schlafmangel, Depressionen oder Panikgefühle 

Der Weg zu einem positiven Lebensstil

Schaut man sich die Hauptursachen für entstehenden Distress an, erkennt man schnell, dass der Grund dafür zumeist Druck ist. Ob es sich um Zeitdruck handelt, Druck bestimmte Aufgaben erwartungsgemäß zu erfüllen, Leistungsdruck in Job, Sport oder Ausbildung oder ein gewisser Selbstdruck, sich selbst und seinem Umfeld zu beweisen besser zu sein, jegliche Aufgabe zu meistern oder auch der gesellschaftlichen Norm entsprechend auszusehen. Diese Faktoren beschäftigen zahlreiche Personen und nicht wenige davon führen dadurch einen täglichen Kampf mit Geist und Körper. Daher ist der sicherlich beste Weg, um Stress präventiv vorzubeugen, sich seiner eigenen Grenzen bewusst zu werden und sich klar zu machen, dass Leistung nur dann erbracht werden kann, wenn die Gesundheit völlig in Ordnung ist.

Da dies in unserer heutigen Gesellschaft leichter gesagt als getan ist sind hier ein paar wertvolle Tipps:

  • Ein positiver Lebensstil: Probleme, Zeitdruck, Entscheidungen oder negative Geschehnisse sind Dinge, die jeder früher oder später durchleben wird. Doch es liegt in der eigenen Hand, mit Vorkommnissen dieser Art umzugehen. Entweder man entscheidet sich, weiter zu gehen, mit den Aufgaben zu wachsen aber auch im richtigen Moment einfach mal eine Pause zu machen oder umgangssprachlich  „den Kopf in den Sand zu stecken“ und zu warten, bis der Stress Körper und Psyche beherrscht. Ein neuer Tag wird kommen und jeder neue Tag bietet neue Möglichkeiten und die Chance das beste daraus zu machen.
  • Stressfreie Ernährung: Die Gesundheit steht und fällt mit einem „glücklichen Darm“. Ein kaputter Darm kann keine Nährstoffe aufnehmen und unser Immunsystem nicht aufbauen. Der Körper befindet sich somit ständig in einem innerlichen Stress. Um dem zu entgehen und dem Darm etwas unter die Arme zu greifen, ist die sogenannte Paleo-Ernährung eine gute Art und Weise seine Ernährungsgewohnheiten zu optimieren.
  • Tief einatmen: So simpel es auch klingen mag – bewusstes Atmen und gewisse Atemübungen helfen das vegetative Nervensystem zu beeinflussen und in weiterer Folge inneren Stress zu minimieren. (Hier geht es zur Atemübung)
  • Regelmäßiges Training: Kontinuierliches Training ist eine gute Möglichkeit Stress zu reduzieren und daraus resultierenden Krankheiten vorzubeugen. Schon ein- bis zweimal in der Woche ist ausreichend, um den Parasympathikus (Teil des vegetativen Nervensystems und verantwortlich für die Regeneration und Erholung) zu aktivieren und gleichzeitig das Herz- Kreislaufsystem zu stärken.

Wie eingangs erwähnt ist der eigentliche Stress besonders in Urzeiten überlebenswichtig gewesen. Jedoch hat sich die Bedeutung des Wortes heutzutage stark verändert und hat sich zu einem negativ behafteten Ausdruck gewandelt. Der gesellschaftliche Stress ist ein ernstzunehmendes Problem und es ist für jeden einzelnen essentiell sich bei entstehenden Symptomen nötige Hilfe zu holen. Sei es ein Psychologe, Mentaltrainer, Arzt, Trainer oder einfach nur eine Person des Vertrauens.

Verwendete Quellen:

[1] http://edition-nm.ch/2015/03/23/stresshormone-adrenalin-noradrenalin-und-cortisol/

[2] http://www.navigator-medizin.de/stress_ueberlastung_burnout/die-wichtigsten-fragen-und-antworten/stress-folgen/allgemeine-stress-folgen/519-wie-wirkt-sich-stress-auf-das-immunsystem-aus.html

[3] http://www.schoen-kliniken.de/ptp/medizin/psyche/sinnesstoerung/tinnitus/art/02873/

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