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Karl Esztl im Interview

(c) Yael Esztl

Heute im Gespräch bei Marcel Ott: Karl Esztl. Er ist ambitionierter Läufer und startet regelmäßig bei Marathons. Kürzlich nahm er bei seinem ersten X-Cross Run teil. Wie er sich auf so ein Ereignis vorbereitet und wie er mit verletzungsbedingten Rückschlägen umgeht, verrät er im Interview.

Marcel: Beim X-Cross Run hast du den 24. Platz erreicht. Gratulation! Wie war der Run für dich?

Karl: Es war mein erster 10 km Hindernislauf und eine neue Erfahrung.

Marcel: Wie hast du dich für den X-Cross Run vorbereitet?

Karl: Mit zusätzlichem Krafttraining für den Oberkörper. Die Hindernisse selbst kann man nur schwer trainieren.

Marcel: Du bist ein ambitionierter Läufer – wie sieht dein Trainingsplan aus?

Karl: Lauftrainingsplan habe ich keinen. Das würde mir die Freude am Laufen nehmen. Ich gehe 2-3 Mal in der Woche laufen. Insgesamt mache ich ca. 40–50 km wöchentlich. Vor einem Wettkampf laufe ich schon mal an die 70-100 km in der Woche. Ich habe allerdings einen Trainingsplan für meine Kräftigungsübungen und das hilft mir sehr.

Marcel: Welche Bedeutung hat Stabilisationstraining für dich?

Karl: Eine große, denn bei Ultraläufen merkt man, dass der Körper immer mehr „zusammensackt". Mit Stabilisierung- und Krafttraining kann man dagegen wirken. 

Marcel: Wie verbringst du Regenerationsphasen?

Karl: Zuerst versuche ich nach den Wettkämpfen in die Sauna zu gehen und mich aufs Bike zu setzen. Wichtig ist für mich auch die richtige Ernährung, um die verbrannten Kohlenhydrate wieder nachzufüllen sowie die Zufuhr von Flüssigkeit mit isotonischen Getränken. Nach einer Woche Laufpause juckt es aber meist schon wieder (lacht)

Marcel: Musstest du schon einmal verletzungsbedingt länger aussetzen? Wenn ja, inwiefern hat es dich als Sportler verändert?

Karl: Ja. Vor meinem ersten Marathon bin ich eine Woche zuvor in der Kletterhalle gestürzt und habe dabei mit dem Innenknöchel einen Griff tuschiert. Ich wurde operiert und trage seitdem zwei Schrauben mit mir herum. Der größte Schmerz war jedoch für mich, beim Marathon vor dem Fernseher zu sitzen und zuzusehen. Das hat mich aber dann so motiviert, dass ich sechs Monate danach in Graz einen Halbmarathon gelaufen bin. Dies war aber auch nur deshalb möglich, weil ich auch mit Gips am Bein weiter trainiert habe. Ich saß am Ergometer und trainierte den Oberkörper. Es hat mir aber auch gezeigt, was mit Fleiß, Disziplin und Willen möglich ist.  

Marcel: Stichwort Motivation. Welche Geheimtipps hast du?

Karl: Motivation ist bei Ultramarathons das Um und Auf. Wenn der Gedanke aufkommt „Warum mache ich das?", hat man schon ein Problem. Deshalb immer positiv denken, denn nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch. Außerdem: Das Glücksgefühl im Ziel entschädigt alle Strapazen. 

Marcel: Dein Motto?

Karl: Aufgeben ist keine Option.

Foto (c) Yael Esztl

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