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Entzündungen - die stillen Krankmacher

chronische Entzündung

Entzündungen werden zumeist assoziiert mit Schwellung, Schmerz, Rötung und weiteren sichtbaren und spürbaren Reaktionen. Das Handgelenk, das bei einer Verletzung anschwillt oder das rote und tränende Auge, das sich entzündet hat.

Doch Entzündungen, die eigentlich als lebensnotwendiges Frühwarnsystem entstehen, können sich ebenfalls versteckt in unserem Körper ausbreiten und wie ein stilles Feuer dahinlodern. Diese Entzündungsprozesse werden „Silent Inflammation“ genannt und unterscheiden sich aufgrund ihrer Symptome. Denn wie oben genannt zeigt sich keine Schwellung oder Rötung, die mit einer Salbe oder ähnlicher Medizin behandelt werden kann, sondern es werden nach und nach die Türen für verschiedenste Krankheitsbilder geöffnet. Diese sogenannten chronischen Erkrankungen werden laut Weltgesundheitsorganisation sogar im Jahr 2020 für dreiviertel der Todesfälle verantwortlich sein. [1]

Wozu werden Entzündungen benötigt?

Eine Entzündung ist eine lebensnotwendige Immunreaktion auf einen schädigenden Reiz im Körper. Das können zerstörte Zellen, beschädigtes Gewebe oder auch Krankheitserreger sein.  Das Immunsystem wird aktiv und sorgt in mehreren Schritten dafür, dass Erreger bekämpft oder Gewebe repariert werden. [2] Die dabei auftretenden Symptome (Rötung, Wärme, Schwellung, Schmerz und Funktionsstörung) sind zwar unangenehm zeigen jedoch, dass das Immunsystem seine Arbeit macht. Nun ist es essentiell, dass die Reaktion wieder zur Gänze abklingt. Oft bleiben jedoch unbemerkt Entzündungen bestehen und entwickeln sich zu einer stillen und chronischen Entzündung –„Silent Inflammation“.

Chronische Entzündungen – „Silent Inflammation“

Im Körper entstehen stille, unterschwellige Entzündungen, die oft jahrelang unbemerkt bleiben, ohne die Lebensqualität der jeweiligen Person zu beeinträchtigen. Dadurch entsteht jedoch eine Überaktivität des Immunsystems und kann in weiterer Folge zu Müdigkeit, Energielosigkeit aber auch im schlimmsten Fall zu Krankheiten führen, die wir unter Autoimmunkrankheiten kennen. Bei chronischen Entzündungen wird zwischen primär chronisch und sekundär chronisch differenziert.

Primär chronische Entzündungen:

Eine sehr ernstzunehmende Entzündungsart - besser bekannt als Autoimmunkrankheit. Körpereigenes Gewebe wird angegriffen und zerstört. Auftretende Symptome können häufig erst nach Monaten oder Jahren erkannt werden, Organe werden beschädigt, worauf wieder Folgeerkrankungen entstehen können. Meistens werden nur Symptome bekämpft, was zwar zu einer Linderung führen kann aber die Ursache bleibt meisten unbemerkt. Beispiele für Autoimmunkrankheiten sind: Multiple Sklerose,  Neurodermitis, Diabetes Typ 1 oder chronische Gelenksentzündungen. [3]

Sekundär chronische Entzündungen:

Hier geht eine akute Entzündung voraus. Diese kann aus diversen Gründen jedoch nicht vollständig geheilt werden und wird demnach chronisch. Die Entzündungssymptome werden zwar schwächer, die Entzündung an sich bleibt aber zu einem Teil bestehen. [4]

Die Ursachen für die nun oft genannte „Silent Inflammation“ können vielseitig sein. Neben, den eben beschriebenen akuten Entzündungen, die nicht vollständig abheilen, können Stress (besonders chronischer Stress), Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, unbedachte Einnahme von Medikamenten, schlechte und falsche Ernährung:

  • Kalorienreiches Essen in Kombination mit zu geringer Bewegung, insbesondere zu viele Kohlenhydrate und daraus resultierendes Übergewicht
  • Besonders im Bauch ansässige Fettzellen produzieren unteranderem entzündungsfördernde Hormone
  • Alkohol
  • Nähr- und Vitalstoffmangel
  • Nahrungsunverträglichkeiten [5]

 zu chronischen Entzündungen und den daraus resultierenden Folgen führen.

Der Darm – die Quelle der Gesundheit

Unser Darm ist die Quelle der Gesundheit. Eine ungesunde Darmflora kann immense negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben. Der Darm ist nicht nur ein Verdauungsorgan, sondern ebenfalls Teil unserer körpereigenen Abwehr, 70% aller Immunzellen befinden sich in Dick – und Dünndarm und knapp 80% aller Abwehrreaktionen laufen hier ab. [6] Ist die Darmschleimhaut, die somit als Barriere zwischen der Innen – und Außenwelt fungiert gestört oder löchrig (Leaky Gut Syndrom), können schädliche Stoffe (Bakterien, Viren, Pilze, etc.) in den Blutkreislauf treten und der Körper muss mit entzündlichen und allergischen Prozessen reagieren. Die Folgen der „Löcher im Darm“ können im schlimmsten Fall wie vorab geschrieben Autoimmunerkrankungen sein. [7] 

Behandlung

Somit steht fest, dass chronische Entzündungen ernst zu nehmen sind und bei ersten Symptomen, wie Müdigkeit, nachlassender Leistungsfähigkeit, nächtliches Schwitzen oder immer wieder kommenden Krankheitsbilder Gegenmaßnahmen ergriffen werden sollte. Die bessere Option wäre jedoch, es gar nicht so weit kommen zu lassen.

Folgende Maßnahmen sollten bei Symptomen oder auch präventiv getroffen werden:

  • Entzündungshemmende Ernährung: Verzicht auf Lebensmittel, die dem Darm schaden und somit wie oben schon beschrieben Entzündungen hervorrufen (zum Beispiel: Getreide, Kuhmilch oder raffinierter Zucker)
  • Regelmäßige Bewegung und Training, besonders um möglichem Übergewicht entgegen zu wirken und Stress zu reduzieren
  • Verzicht auf Alkohol und Zigaretten
  • Übersäuerungen entgegenwirken (basische Ernährung)
  • Darmsanierung (nur unter Anleitung)

Also schaut auf euren Körper und besonders auf euren Darm denn schon Hippokrates sagte: „der Tod sitzt im Darm!“

Verwendete Quellen:

[1] http://www.55plus-magazin.net/php/stille_entzuendungen,17126,20895.html

[2] https://www.netdoktor.de/magazin/handbremse-fuer-entzuendungen/

[3] http://www.symptome.ch/wiki/Autoimmunerkrankungen

[4] https://www.zentrum-der-gesundheit.de/entzuendungen.html

[5] https://www.zentrum-der-gesundheit.de/leaky-gut-syndrom.html

[6] http://www.gesund.at/a/darm-immunsystem

[7] http://mybodyscience.de/2015/04/14/leaky-gut-syndrom-oder-ein-durchlaessiger-darm-der-grund-fuer-autoimmunkrankheiten/

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